Mit der Politik aufgewachsen

  • Laura Bucher Wahlfoto

Eine zweite Frau in den Regierungsrat: Am 19. April findet der zweite Wahlgang statt. Eine der drei Kandidierenden ist die Rheintalerin Laura Bucher. In diesem Interview verrät uns die SP-Frau, wie sie den Wahlkampf in Zeiten der Coronakrise erlebt, wann sie das erste Mal aktiv politisiert hat und mit welchen Politgrössen sie am liebsten gemeinsam zu Mittagessen würde. 

Frau Bucher, wie fühlen Sie sich vor dem 2. Wahlgang? Sind Sie nervös?

Laura Bucher: Im Moment stehen für mich der Umgang mit der aktuellen Situation und die Bewältigung der Corona-Krise im Vordergrund. An den Wahlkampf denke ich ehrlich gesagt nur selten – anderes ist jetzt gerade wichtiger. Aber klar, spätestens am Wahltag werde ich sicher nervös sein.

Der Coronavirus verhindert Wahlanlässe. Wie führen Sie jetzt Ihren Wahlkampf?

Bucher: Ich habe die zahlreichen Begegnungen mit Wählerinnen und Wähler im ersten Wahlgang sehr geschätzt und bedaure, dass dieser direkte Kontakt im zweiten Wahlgang nicht möglich ist. Ich möchte aber trotzdem hören, was die Menschen bewegt und mit ihnen ins Gespräch kommen. Deshalb telefoniere ich unter anderem mit Wähler*innen, zusammen mit vielen anderen Engagierten in meiner Partei. Zudem bin ich auf Plakaten, Flyern, Inseraten und in den sozialen Medien präsent.

Auch unser soziales und berufliches Leben hat sich drastisch verändert. Was vermissen Sie am meisten?

Bucher: Ich vermisse vor allem die Treffen mit Familie und Freunden. Auch die Kinder leiden darunter, ihre Gspänli nicht mehr sehen zu können. Zum Glück sind aber kurze Ausflüge mit dem Velo oder in den Wald immer noch möglich.

Erinnern Sie sich an Ihre erste politische Diskussion? Um was ging es damals?

Bucher: Erste politische Diskussionen führte ich zu Hause am Familientisch, meine Eltern waren beide in der Kommunalpolitik aktiv. Ich persönlich kam erstmals mit der SP in Kontakt, als im Dorf die kleine Migros-Filiale geschlossen werden sollte und ich mich mit der SP für den Erhalt des Dorfladens einsetzte. Auch an die sehr engagiert geführten politischen Diskussionen mit Mitschüler*innen und Lehrpersonen in der Kantonsschulzeit denke ich gerne zurück.

Was braucht Frau, damit sie in der Politik Erfolg hat?

Bucher: Dasselbe wie ein Mann, und vielleicht noch ein kleines bisschen mehr (sie lacht). Nein, im Ernst, es braucht sicher Interesse an politischen Zusammenhängen, den Willen etwas bewegen zu wollen und die Fähigkeit, sich durchzusetzen, Allianzen zu schmieden und Lösungen zu finden.

Welchen Tipp haben Sie für Frauen, die in die Politik einsteigen möchten?

Bucher: Trauen Sie sich! Ich stelle fest, dass viele Frauen das Gefühl haben, sie hätten nicht genug Zeit, um sich zu engagieren, oder sie wären nicht gut genug. Das ist sehr schade, weil es sehr viele fähige und interessierte Frauen gibt, diese den Schritt in die Politik aber nicht wagen.

Mit welchen 3 Politiker*innen würden Sie sich am liebsten zum gemeinsamen Mittagessen treffen? Worüber würden Sie sprechen wollen?

Bucher: Mit Barak Obama würde ich gerne darüber sprechen, wie man richtig guten Wahlkampf macht, mit Elisabeth Kopp darüber, wie es war, erste Bundesrätin zu sein, und mit der finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin darüber, wie es Finnland geschafft hat, eine so junge und so weibliche Regierung zu haben.

Notiert: Andrea Sterchi

Bild: zVg

Von |2020-04-02T07:22:27+02:002. April 2020|Frauen, Politik, Vernetzen|0 Kommentare